30.7.06

Segelflug mit Hindernissen

Heute konnte ich endlich den Jochen Schweitzer Erlebnis-Gutschein "Segelfliegen" einlösen, den ich am Heiligabend von einem lieben Freund geschenkt bekommen habe. Es war gar nicht so einfach einen Termin zu erhalten bei der Flugsportgemeinschaft Fürstenfeldbruck. Im Mai war das Wetter zu schlecht - es war lausig kalt und der Regen wollte nicht aufhören. Außerdem war kaum jemand telefonisch erreichbar. E-Mails wurden nicht beantwortet. Das Telefon der Flugsportgemeinschaft ist mit viel Glück Freitags ab 20 Uhr besetzt. Sie besteht aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Mitte Juni bekam ich einen Termin für den 23. Juli. Ja, da habe ich mich gefreut! Meine Begeisterung verflog jedoch mit der Gewitterwarnung für diesen Tag. Also bin ich heute - eine Woche später - ohne Termin hinausgefahren. Mit der S-Bahn vom Isartor nach Maisach - 28 Minuten - und weiter mit dem Fahrrad zum Flugplatz - 60 Minuten. Ohne ein Auto zu besitzen ist das die einzige Möglichkeit. Die Strecke war jedoch bequem: Durch eine hüglige Landschaft mit Mais- und Weizenfeldern sowie kleinen Bauerndörfern. Hier gibt es noch Misthaufen und Kuhställe hinterm Haus. Eine Welt, die noch in Ordnung ist. Die Hitze hat mir jedoch ganz schön zu schaffen gemacht. Der Weg zum Flugplatz ist leider nicht ausgeschildert, so dauerte es noch etwas bis ich die richtige Abbiegung fand. Völlig verschwitzt und durstig angekommen bekam ich noch einen Termin - meine Fahrradtour zum Flugplatz beeindruckte. Jetzt musste ich noch eine Stunde warten bis zum Start. Unter einem Zeltdach und kühlem Apfelsaftschorle war das kein Problem. Und dann ging es los. Der Pilot war sehr nett und erklärte mir, dass der Tag wegen der Thermik günstig ist. Wir starteten und kreisten hinauf. Das war ein schönes Gefühl wie eine Feder über der Landschaft und unter den Wolken zu schweben. Einen Zipfel vom Ammersee, goldgelbe Weizenfelder und Miniaturdörfer-nur die Berge waren nicht zu sehen. Am Horizont war es diesig wegen der nächtlichen Schauer. Die Landung war perfekt. Der Flug dauerte 25 Minuten und ging viel zu schnell vorbei. Ein wirklich schönes Erlebnis!

23.7.06

Historisches Karussell: technikgeschichtliches Juwel im Englischen Garten

Unter alten Buchen steht ein moosgrüner Pavillon mit weißen Sprossenfenstern und Schindeldach. Wie ein Zauberkasten verbirgt er die Drehbühne des historischen Karussells im Englischen Garten, nahe dem Chinesischen Turm. Seit 1913 haben hier unzählige Mädchen und Jungen in Kutsche und Schlitten, auf Pferden, Schwan und Storch ihre Runden gedreht; sie haben gejauchzt und gelacht, zu den Melodien der Walzenorgel.
An der Türschwelle des Pavillons ziehen vor meinem inneren Auge Bilder vorbei, Bilder aus der Kindheit. Damals bannte mich der schwarzweiße Storch mit seinem langen, roten Schnabel und dem Sitzkissen aus Samt. Jenes Fabeltier war mir seinerzeit nur aus Märchenbüchern und von Erzählungen der Erwachsenen bekannt: Es hieß, der scheue Meister Adebar ließe sich nur selten blicken. Er niste meist auf dem Lande, hoch oben, auf Hausdächern, Kirchtürmen oder in Baumwipfeln – für einen vierjährigen Stadtjungen also unerreichbar fern. Hier, im Karussell, begegnete ich dem geheimnisvollen Wesen zum ersten Mal hautnah, dieser Storch ließ sich sogar anfassen. Wenn ich heute an diesem Ort vorbeikomme, ist es so, als würde ich nach Jahren einen vertrauten Freund wiedersehen.

Die Empfindungen der kleinen Karussell-Gäste schilderte Regisseur Ernst Ginsberg in seinem Gedicht einst treffend: „Dreh Dich schnell, dreh Dich schnell / liebes altes Karussell. / Löwe, Storch und Krokodil / traben mit im Ringelspiel. Schimmel hü! Und Schlitten ho! Kutsche und Karosse! / Kinderaugen glitzern so / heiß auf hohem Rosse …“
Glitzernde Kinderaugen trifft man noch immer hier an. Mittlerweile begeistern sich auch die Erwachsenen für das zum technikgeschichtlichen Juwel avancierte Karussell im Englischen Garten.
Rufe aus dem Biergarten nebenan drängen sich mir auf, die Bilderflut meiner Kindheitserinnerungen reißt plötzlich ab: Ich bin wieder in der Gegenwart angekommen, bei einem Treffen mit Freunden am Chinesischen Turm, an einem späten Samstagnachmittag des 22. Juli.

Was es sonst noch Wissenswertes über das technikgeschichtliche Juwel gibt? Die Figuren des Karussells schnitzte seinerzeit der Schwabinger Bildhauer Joseph Erlacher. Dekorationsmaler und Erstbesitzer August Julier bemalte den inneren Pavillon mit Motiven aus der Kinderliteratur: Struwelpeter, Hans im Glück und Münchner Kasperl. Bevor die Drehbühne 1931 elektrisch betrieben wurde, mussten sie zwei Männer im Keller anschieben. August Julier und seine Nachkommen führten das Karussell bis 1977, heute ist es im Besitz des Freistaates Bayern. Geöffnet hat es täglich ab 14 Uhr, allerdings nur bei schönem Wetter. Zu erreichen sind Storch, Pferde und Gefährten zu Fuß oder mit dem Städtischen Linienbus, Haltestelle „Chinesischer Turm“.

17.7.06

Überraschende Isar

Es ist Sonntag. Und es ist einer dieser wenigen Sonntage im Jahr, wie man sie sich schöner kaum denken kann. Schon als wir morgens aufwachen scheint die Sonne von einem wolkenlosen, tiefblauen Himmel. Nach dem Frühstück auf unserem Balkon steht fest: Wir müssen raus in die Natur. Wir überlegen nur kurz wohin und wie. Bei diesen Temperaturen kurz unter der 30 Grad-Marke kann es nur so schnell wie möglich ans Wasser gehen. Und wir wollen uns bewegen.
Also schnappen wir uns die Fahrräder und radeln, immer schön im wohltuenden Schatten der Bäume entlang der Isar. Unser Ziel sollte ein kleiner See in zirka 15 Kilometer Entfernung von unserem Heimatort Garching sein. Aber die Isar fließt so verlockend und erfrischend neben uns her, dass wir nach etwa zehn Kilometern an einem wunderschönen, kleinen, einsamen Sandstrand im wahrsten Sinne des Wortes das Handtuch werfen. Von hier aus kann man mühelos in das erfrischende Nass eintauchen. Und wenn man unempfindliche Füße hat oder wassertaugliche Schuhe kann man sogar bis zu einer Kiesinsel in der Mitte der Isar waten. Beides haben wir nicht. Und so begnügen wir uns damit, oberschenkeltief im Wasser zu stehen und uns gegenseitig aus vollen Händen zu bespritzen. Herrlich! – und überraschend zugleich, denn vor nicht einmal drei Monaten hätte ich mir nicht einmal im Traum vorstellen können, mehr als nur meinen großen Zeh in dieses damals eiskalte Wasser zu tauchen. Zwei kleine Mankos hat dieses Kleinod leider doch: Es gibt zu wenig Sonne, die wir uns als Kontrast zu dieser Erfrischung jetzt gewünscht hätten und es ist nicht geheim genug, als dass jetzt nicht auch andere diesen herrlichen Ort für sich entdeckt hätten. Zwei Jungs und ein Mädel machen uns vor, wie man problemlos die Kiesinsel erreicht und wir nehmen uns vor, das das nächste Mal auch zu schaffen. Sicherlich finden sich entlang der Isar noch viele schöne Stellen, die zu entdecken sich lohnt. Da sind wir uns ganz sicher. Und nachdem wir wieder trocken sind radeln wir, mit dem Tag und uns eins, zurück in Richtung Heimat.

Der Kirschgarten

Ich war letzte Woche mal wieder im Theater: Tschechows „Kirschgarten“ stand auf dem Programm. Die bürgerliche Komödie handelt von einer verarmten Adelsfamilie in Russland um die Jahrhundertwende, die mit allen Mittelt versucht ihr überschuldetes Anwesen samt Kirschgarten vor dem Verkauf zu retten. Der Kirschgarten, ein Klassiker der Weltliteratur, bezieht seinen Reiz aus einer Vielfalt an Themen, wie Loslassen können, individuelle Weltentwürfe und natürlich der Liebe.
Lars Ole Wartburg hat sich an die Inszenierung gewagt und ist dem Thema des Sommers in Deutschland gefolgt: Fußball. Auf der Bühne kein Baum, kein Haus, lediglich grüner Kunstrasen, dahinter prangt auf der Rückwand in großen Magnetbuchstaben DEUTSCHLAND, aus dem dann auch mal DUSCHLAND oder LACHLAND wird. Die Handlung ist also in heimische Gefilde transponiert, genauer gesagt in den Osten und ins Heute. Jeder Akt spielt zu einem historischen Datum: Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, kommt die bankrotte Gutsbesitzerin nebst Tochter aus Paris zurück. Sanierungsvorschläge, die keiner hören will, gibt es am 17. Juni passend zum Volksaufstand in der DDR, weil alles so bleiben soll wie es ist. Am 22. August schließlich ist Kirschgarten-Versteigerung. Der ungewisse Ausgang wird mit einem rauschenden Fest begangen, garniert mit Zitaten aus Angela Merkels Neujahrsansprache. Der Abschied kommt dann am 3. Oktober. Das ästhetische Paradies von einst wird abgeholzt und gewinnbringend zu Bauland parzelliert, was erst der proletarische Emporkömmling schafft.
Wartburg macht mit seiner wirklich gelungenen Inszenierung eine Parabel auf die überalterte Gesellschaft und zeigt wie im Ende auch immer ein Neuanfang steht. Ein rundum amüsanter Abend.

16.7.06

Sommer in München? Schwierig, schwierig ...

Der Sommer in und um München ist die Zeit der schwierigen Entscheidungen: Fahre ich dieses Wochenende in die Berge um zu wandern und frische Bergluft zu schnuppern oder will ich doch lieber die Hinterhöfe des Glockenbachviertels entdecken? Dort ist in über 100 privaten Innenhöfen Flohmarkt angesagt – kann ich die Schnäppchen, die mir bei der Entscheidung für die Wanderung entgehen, verschmerzen? Am Samstag könnte ich auch beim Seefest am Wörthsee erfahren, was es mit dem traditionellen Fischerstechen auf sich hat. Und ob ich es vielleicht endlich mal schaffe, mich am Sonntag um 5 Uhr morgens aus dem Federn zu quälen, um zum legendären Kocherlball in den Englischen Garten zu gehen? Dann sollte ich aber den restlichen Tag besser am Flaucher in der Sonne ausspannen und ab und zu zur Abkühlung die Isar springen. Andererseits würde ich so das Streetlife-Festival auf der Ludwigsstraße verpassen … Und am Freitagabend habe ich schon wieder bloß gemütlich im Biergarten gesessen, obwohl ich doch schon seit Ewigkeiten mal wieder die geschmeidigen Tangotänzer im Pavillon des Hofgartens bewundern wollte.

Meine ersten Sommer in München waren schmerzlich, aber heilsam – inzwischen habe ich gelernt, dass man nicht alles mitnehmen kann. Das nächste Straßenfest kommt bestimmt und auch das Tollwood-Festival wird nächstes Jahr wieder mit zahlreichen Konzerten und außergewöhnlichen Artisten und Künstlern für nette Sommerabende sorgen.

Meine Pläne für dieses Jahr beschränken sich vorerst auf das Shakespeare-Open-Air im Amphitheater des Englischen Gartens, den Tag der offenen Ateliers und Werkstätten in der alten Wiede-Fabrik, das Freilichttheater der Bayerischen Theaterakademie im wunderschönen Renaissance-Innenhof der Alten Münze, ein paar Runden Boulespielen im Hofgarten und ein Picknick beim Open-Air-Kino im Nordbad. Nicht zu vergessen der tolle chinesische Film auf dem Filmfest … Hm, hatte ich eben von Lernfähigkeit gesprochen?

14.7.06

Segeln in Starnberg - Vier dicht auf die Schoten!

Was das eigentlich bedeutet, lernte ich am vergangenen Wochenende. Unsere Besatzung bestand aus fünf Personen: unserem Coach, der kein Blatt vor den Mund nahm und vier Studenten. Am ersten Tag hatten wir Glück mit den Windverhältnissen – das war’s dann aber auch gleich: die Sonne blieb aus und der Regen bescherte uns allerlei Amüsements: völlig durchnässt und ohne Ersatzklamotten kapitulierte ich und ging etwas früher nach Hause. Am nächsten Tag stimmte die Mischung: Wind und Sonne; - die Jungs an Bord hatten vorgesorgt! Es gab Essen und Trinken und einige von uns genossen auch auf hoher See* die Wasserwellen: die Stimmung erinnerte an die Bacardi Werbung: kühle Getränke und ein Sprung ins Nass. Als der Wind stärker wurde, war es aus mit der entspannten Stimmung an Bord: Jetzt wurden die Posten wieder neu verteilt: mal durfte der eine an die Pinne, das Fock oder die Schot, dann wieder der andere. Für Abenteurer war es Spaß pur. Ich hab’s genossen! Klar zur Wende!
…Alles klar! Eure Soste

13.7.06

hot, hot, hot

Momentan ist es sehr heiß in der bayerischen Landeshauptstadt. Ab und zu gibt es ein Gewitter, aber das hilft auch nicht wirklich. Das ganze errinert mich an meine Reise nach Ägypten. Ich bin aus Israel nach Jordanien gefahren und es war unerträglich heiß. Die Luft stand ohne jede Bewegung über der Wüste und man hatte den Eindruck, dass man beim Einatmen nicht genug Sauerstoff in die Lunge bekommt. Überall nur Sand und Hitze. Und jeden Tag dehydrierten Leute in der Wüste, weil sie nicht genug Wasser tranken. Dann kam aber die jordanische Wettervorhersage: Hello, this is Radio Jordan. Today it is very hot. Tomorrow it is also very hot. The Day after Tomorrow should be also very hot.The Temperature is anything between 42 and 44 Celsius. Also trinkt viel Wasser und putzt euch die Zähne. Zum Schluss noch ein paar Reisetips auf tschechisch: Je velmi dulezite pit hodne tekutin. Ahoj

4.7.06

ulala

creamig!!!

Hello OJ-19

Hello World! SiFi