16.7.06

Sommer in München? Schwierig, schwierig ...

Der Sommer in und um München ist die Zeit der schwierigen Entscheidungen: Fahre ich dieses Wochenende in die Berge um zu wandern und frische Bergluft zu schnuppern oder will ich doch lieber die Hinterhöfe des Glockenbachviertels entdecken? Dort ist in über 100 privaten Innenhöfen Flohmarkt angesagt – kann ich die Schnäppchen, die mir bei der Entscheidung für die Wanderung entgehen, verschmerzen? Am Samstag könnte ich auch beim Seefest am Wörthsee erfahren, was es mit dem traditionellen Fischerstechen auf sich hat. Und ob ich es vielleicht endlich mal schaffe, mich am Sonntag um 5 Uhr morgens aus dem Federn zu quälen, um zum legendären Kocherlball in den Englischen Garten zu gehen? Dann sollte ich aber den restlichen Tag besser am Flaucher in der Sonne ausspannen und ab und zu zur Abkühlung die Isar springen. Andererseits würde ich so das Streetlife-Festival auf der Ludwigsstraße verpassen … Und am Freitagabend habe ich schon wieder bloß gemütlich im Biergarten gesessen, obwohl ich doch schon seit Ewigkeiten mal wieder die geschmeidigen Tangotänzer im Pavillon des Hofgartens bewundern wollte.

Meine ersten Sommer in München waren schmerzlich, aber heilsam – inzwischen habe ich gelernt, dass man nicht alles mitnehmen kann. Das nächste Straßenfest kommt bestimmt und auch das Tollwood-Festival wird nächstes Jahr wieder mit zahlreichen Konzerten und außergewöhnlichen Artisten und Künstlern für nette Sommerabende sorgen.

Meine Pläne für dieses Jahr beschränken sich vorerst auf das Shakespeare-Open-Air im Amphitheater des Englischen Gartens, den Tag der offenen Ateliers und Werkstätten in der alten Wiede-Fabrik, das Freilichttheater der Bayerischen Theaterakademie im wunderschönen Renaissance-Innenhof der Alten Münze, ein paar Runden Boulespielen im Hofgarten und ein Picknick beim Open-Air-Kino im Nordbad. Nicht zu vergessen der tolle chinesische Film auf dem Filmfest … Hm, hatte ich eben von Lernfähigkeit gesprochen?